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Wie zuvor schon das Spiel von Charlie Christian, dem ersten großen Gitarristen des modernen Jazz, wurde auch Grants Spiel mit dem der Saxophonisten verglichen. Das rührt sicherlich daher, das Grant bei seinen Solos nie, bzw. nur selten Akkorde spielte. Anders als sein wesentlich berühmterer Zeitgenosse Wes Montgomery, der in seinen Solos viele unterschiedliche Techniken verwendete (nach wenigen Chorussen mit Singlenotes spielte Montgomery in der Regel einige Chorusse in dem für ihn typischen Octav-Spiel welches er dann zum Schluss noch mit Akkordbasierten Soloeinlagen krönte), fokussierte sich Grant Green stärker auf die Melodien. Was man hört ist anhaltende, pure Intensität. Tatsächlich ist jeder Chorus ein erstklassiges Beispiel für meisterhafte Jazz Improvisation.

In diesem Sinne ist der Musiker Green, aufgrund seines melodischen Konzeptes, also eher in der Nähe von Saxophonisten wie Sonny Rollins oder Dexter Gordon anzusiedeln, als beim Gitarristen-Kollegen Wes Montgomery. Trotz der Nähe zu den Saxophonisten bleibt Grant Greens Spiel das eines Gitarristen. Seine Spieltechnik, seine Slides und Vibratos, sein Plektrumspiel und die für Bluesgitarristen typischen Fingerings, deuten ganz klar in Richtung Blues.

«The first thing I played was boogie woogie, then I had to do a lot of rock and roll. It's all the blues, anyhow.» Grant Green

Oft überhört, aber dennoch bemerkenswert, sind seine schönen Akkorde und geschmackvollen Voicings. Häufig bestehen diese Akkorde aus drei einfachen Noten, werden nur sehr sparsam eingesetzt, sind allerdings immer gut gewählt und unterstützen den Groove. Wie jeder Gitarrist hatte auch Grant Green ein eigenes Sortiment von Licks, Riffs und Phrasen. In Grants Solos der frühen 60er Jahre finden sich viele dieser fantasievollen Motive. Es scheint als hätte er immer eine Art Wundertüte griffbereit gehabt, aus der er seine Licks zaubern kann. Für jede Situation hatte er die passenden Noten griffbereit. Es scheint, als hätte er, wie der große Sonny Rollins, auf jede musikalische Frage eine Antwort parat.

Blue Note Records hatten 1956 den Hammond B3 Spieler Jimmy Smith entdeckt und damit im Jazz eine weitere Klangfarbe etablieren können. Der Hammond-Sound war in den späten 50ern und gesamten 60ern der absolute Renner und wurde seitdem von jeder neuen Musikergeneration wiederentdeckt. Grant Green war, neben Wes Montgomery, "der" Gitarrist für Orgel-Trios. Sein Stil passte optimal zu den Sound- und Groove-Vorstellungen von Organisten wie John Patton, "Brother" Jack McDuff und Jimmy Smith.

Der helle, klare Sound der Gitarre ergänzte den warmen, weichen Sound der B3 optimal und wurde, in Kombination mit gängigen Swing-, Blues-, Gospel- und Rhythm & Blues-Elementen, zu einer Art Blaupause für einen kommerziell erfolgreichen Jazz Sound. Als Beispiele sollest Du Dir Lou Donaldson's Album "Goodness Gracious", Jack McDuff's "The Honeydripper" und Baby Face Willette's "Stop and Listen" anhören.

 
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